Aufmerksamkeit der Parteien: Suche, Wikipedia und Medien gegen die Umfragen
Umfragen messen Zustimmung. Diese Seite misst daneben Aufmerksamkeit: wie oft eine Partei bei Google gesucht, in der Wikipedia aufgerufen und in Online-Medien genannt wird. Beides wird Woche für Woche nebeneinandergelegt, im Bund und für die Google-Suche auch je Bundesland. Aufmerksamkeit ist keine Zustimmung: Gesucht wird auch aus Ablehnung oder Neugier.
Die Reihe zur Medienpräsenz (GDELT) wird mit dem nächsten automatischen Lauf ergänzt; bis dahin zeigt die Seite Google-Suche und Wikipedia.
Anteil an der Aufmerksamkeit und Umfragewert je Partei
Die Anteile zeigen, wie sich die Aufmerksamkeit je Quelle auf die acht Parteien verteilt (Summe je Spalte 100 Prozent). Daneben steht der Mittelwert der Sonntagsfrage zur Bundestagswahl.
| Partei | Umfrage | Google-Suche | Wikipedia | Suche minus Umfrage |
|---|---|---|---|---|
| AfD | 28,0 % | 54,7 % | 28,9 % | +26,7 |
| CDU/CSU | 19,9 % | 15,7 % | 8,3 % | -4,2 |
| Grüne | 15,3 % | 2,5 % | 4,5 % | -12,8 |
| SPD | 12,6 % | 7,9 % | 6,0 % | -4,7 |
| Linke | 11,6 % | 9,7 % | 15,2 % | -1,9 |
| FDP | 4,5 % | 2,2 % | 7,4 % | -2,3 |
| BSW | 3,3 % | 7,2 % | 27,7 % | +3,9 |
| Freie Wähler | 1,0 % | 0,0 % | 2,1 % | -1,0 |
AfD kommt auf 54,7 % des Suchinteresses der acht Parteien und steht in den Umfragen bei 28,0 %. Größter Überschuss des Suchanteils gegenüber dem Umfragewert: AfD (+26,7 Punkte); größter Rückstand: Grüne (−12,8).
Wie werden die Anteile an der Aufmerksamkeit berechnet?
Je Quelle werden die Wochenwerte der letzten vier Wochen je Partei gemittelt und durch die Summe aller acht Parteien geteilt. Der Umfragewert ist das Mittel der jeweils neuesten Bundestagsumfrage jedes Instituts aus 28 Tagen.
Verlauf: Umfragewert und Aufmerksamkeit
Partei und Quelle wählen: Die Linie zeigt den Umfrage-Mittelwert, die Fläche die Aufmerksamkeit als Index (höchste Woche im Zeitraum = 100).
Wie wird der Index der Aufmerksamkeit berechnet?
Der Wochenwert der gewählten Quelle wird durch die höchste Woche im gewählten Zeitraum geteilt und mit 100 multipliziert. Die Linie zeigt das Mittel der jeweils neuesten Bundestagsumfrage jedes Instituts aus 28 Tagen.
Läuft die Aufmerksamkeit den Umfragen voraus?
Verglichen werden die Veränderungen über vier Wochen: Umfragewert in Punkten gegen die prozentuale Veränderung der Aufmerksamkeit. Der Wert r reicht von −1 bis +1; ab etwa 0,25 ist ein Zusammenhang erkennbar, unter 0,2 gilt er hier als nicht vorhanden. Die Verschiebung nennt, bei wie vielen Wochen Abstand der Zusammenhang am stärksten ist.
| Partei | Google-Suche | Wikipedia |
|---|---|---|
| AfD | r 0,25 · 2 Wochen danach | r 0,20 · 2 Wochen danach |
| CDU/CSU | kein Zusammenhang | r -0,21 · 2 Wochen voraus |
| Grüne | kein Zusammenhang | r 0,23 · 3 Wochen voraus |
| SPD | kein Zusammenhang | r 0,21 · 4 Wochen danach |
| Linke | r -0,22 · 5 Wochen danach | kein Zusammenhang |
| FDP | kein Zusammenhang | r 0,25 · 5 Wochen voraus |
| BSW | r 0,25 · 5 Wochen voraus | r 0,28 · 5 Wochen voraus |
| Freie Wähler | zu wenige Daten | r -0,20 · 8 Wochen danach |
Am stärksten ist der Zusammenhang bei BSW mit Wikipedia-Aufrufe (r 0,28, Aufmerksamkeit 5 Wochen vor den Umfragen). 3 von 15 Kombinationen erreichen mindestens 0,25; bei 2 läuft die Aufmerksamkeit den Umfragen voraus, bei 1 folgt sie ihnen.
Wie wird der Vor- oder Nachlauf berechnet?
Für jede Woche wird bei beiden Reihen die Veränderung über vier Wochen gebildet. Die Korrelation nach Pearson wird für Verschiebungen von acht Wochen zurück bis acht Wochen voraus berechnet; die Tabelle nennt die Verschiebung mit dem größten Betrag. Überlappende Vier-Wochen-Fenster lassen die Werte sicherer wirken, als sie sind; nur deutliche Werte sollten als Zusammenhang gelesen werden.
Welche Partei wo am meisten gesucht wird
Anteil der Parteien am Suchinteresse im jeweiligen Land (letzte 90 Tage, Summe je Zeile 100 Prozent). Die Suche ist die einzige der drei Quellen mit Länderauflösung. Jede Zeile führt zur Landesseite mit Umfragen und Ergebnissen.
| Land | AfD | CDU/CSU | Grüne | SPD | Linke | FDP | BSW | Freie Wähler |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 58,0 % | 17,2 % | 2,8 % | 9,2 % | 5,5 % | 2,6 % | 4,6 % | 0,0 % |
| Bayern | 58,6 % | 17,5 % | 2,7 % | 8,0 % | 6,2 % | 2,1 % | 4,2 % | 0,7 % |
| Berlin | 44,2 % | 16,8 % | 3,6 % | 11,7 % | 14,4 % | 3,2 % | 5,9 % | 0,0 % |
| Brandenburg | 57,2 % | 16,3 % | 2,8 % | 8,3 % | 8,3 % | 1,9 % | 5,2 % | 0,0 % |
| Bremen | 53,4 % | 16,9 % | 2,7 % | 10,0 % | 8,2 % | 3,1 % | 5,7 % | 0,0 % |
| Hamburg | 55,9 % | 15,3 % | 2,7 % | 10,1 % | 8,2 % | 2,6 % | 5,1 % | 0,0 % |
| Hessen | 57,2 % | 17,2 % | 2,8 % | 10,1 % | 5,5 % | 2,6 % | 4,5 % | 0,0 % |
| Mecklenburg-Vorpommern | 56,3 % | 15,4 % | 2,7 % | 10,0 % | 6,4 % | 2,6 % | 6,5 % | 0,0 % |
| Niedersachsen | 52,5 % | 18,1 % | 2,8 % | 12,9 % | 6,5 % | 3,0 % | 3,6 % | 0,6 % |
| Nordrhein-Westfalen | 56,3 % | 18,2 % | 1,8 % | 9,2 % | 7,4 % | 2,6 % | 4,5 % | 0,0 % |
| Rheinland-Pfalz | 59,7 % | 16,3 % | 2,8 % | 8,3 % | 5,5 % | 2,0 % | 5,4 % | 0,0 % |
| Saarland | 52,2 % | 18,9 % | 2,7 % | 11,9 % | 6,4 % | 2,4 % | 5,5 % | 0,0 % |
| Sachsen | 59,7 % | 17,2 % | 1,8 % | 7,3 % | 6,4 % | 1,4 % | 6,1 % | 0,0 % |
| Sachsen-Anhalt | 63,1 % | 15,5 % | 1,8 % | 6,4 % | 4,6 % | 1,4 % | 7,2 % | 0,0 % |
| Schleswig-Holstein | 58,0 % | 16,3 % | 2,8 % | 9,2 % | 6,4 % | 2,6 % | 4,6 % | 0,0 % |
| Thüringen | 61,7 % | 15,2 % | 1,8 % | 7,3 % | 5,4 % | 1,4 % | 7,1 % | 0,0 % |
Wie wird der Suchanteil je Bundesland berechnet?
Google Trends weist je Land aus, wie sich das Suchinteresse der letzten 90 Tage auf die verglichenen Parteien verteilt. Zwei Fünfergruppen werden über die AfD als gemeinsamen Maßstab verbunden; CDU und CSU sind zusammengezählt.
Reichweite auf offenen Plattformen
Öffentliche Zähler der Parteiprofile, täglich mitgeschrieben seit dem 1. Oktober 2026. Erfasst werden nur Plattformen, deren Zahlen ohne Anmeldung abrufbar sind: Bluesky, Mastodon, Telegram und die Aufrufe der jüngsten YouTube-Videos. Instagram, TikTok, X und Facebook geben ihre Zahlen nicht frei heraus; die Profile sind verlinkt. Wachstum lässt sich erst zeigen, wenn die eigene Zeitreihe lang genug ist.
| Partei | Bluesky | Mastodon | Telegram | YouTube: Aufrufe je Video | Videos in 30 Tagen | Profile |
|---|---|---|---|---|---|---|
| AfD | – | – | 23.360 | 76.439 | 11 | InstagramTikTokYouTubeXFacebookTelegram |
| CDU/CSU | – | – | – | 4.251 | 29 | InstagramTikTokYouTubeXFacebook |
| Grüne | 40.592 | – | – | – | – | InstagramXFacebookBluesky |
| SPD | 11.677 | – | – | 3.405 | 9 | InstagramYouTubeXBluesky |
| Linke | 24.041 | 22.515 | 12.300 | 76.186 | 15 | InstagramTikTokYouTubeXFacebookBlueskyMastodonTelegram |
| FDP | – | – | – | 7.744 | 15 | InstagramYouTubeXFacebook |
| BSW | – | – | – | 14.775 | 15 | InstagramTikTokYouTubeXFacebook |
| Freie Wähler | – | 138 | – | – | – | InstagramXFacebookBlueskyMastodon |
YouTube: mittlere Aufrufe der jüngsten 15 Videos des Kanals. CDU und CSU sind zusammengezählt. Ein Strich bedeutet: kein Profil in Wikidata hinterlegt oder kein öffentlicher Zähler.
Fragen zur Auswertung
- Wie wird die Aufmerksamkeit gemessen?
- Aus drei frei zugänglichen Quellen: dem Suchinteresse bei Google (Google Trends, Parteien als Thema statt als Suchwort), den Aufrufen der Parteiartikel in der deutschsprachigen Wikipedia und dem Anteil der Artikel deutscher Online-Medien, die eine Partei nennen (GDELT). Alle Reihen werden zu Wochenwerten zusammengefasst.
- Wie wird der Zusammenhang mit den Umfragen berechnet?
- Für jede Woche wird die Veränderung über vier Wochen gebildet: beim Umfrage-Mittelwert in Punkten, bei der Aufmerksamkeit als prozentuale Veränderung des Vier-Wochen-Mittels. Zwischen beiden Reihen wird die Korrelation nach Pearson berechnet, zusätzlich mit bis zu acht Wochen Verschiebung in beide Richtungen.
- Bedeutet mehr Aufmerksamkeit bessere Umfragewerte?
- Nein. Aufmerksamkeit entsteht auch durch Skandale, Parteitage, Rücktritte oder Verbotsdebatten. Die Auswertung zeigt, ob sich beide Größen gemeinsam bewegen, nicht warum. Ein Zusammenhang ist kein Beleg für eine Ursache.
- Warum gibt es Länderwerte nur für die Google-Suche?
- Wikipedia-Aufrufe und Mediennennungen lassen sich nicht nach Bundesland trennen. Google Trends weist das Suchinteresse je Land aus; gezeigt wird der Anteil jeder Partei an den Suchen nach allen acht Parteien im Land.
- Warum fehlen Instagram, TikTok und X?
- Diese Plattformen geben Follower- und Aufrufzahlen nur über zugangsbeschränkte oder kostenpflichtige Schnittstellen heraus. Erfasst werden deshalb nur offene Plattformen; die übrigen Profile sind verlinkt.